Steigende Sozialversicherungsbeiträge: DAK fordert Sofortprogramm

Prognose: Sozialversicherungsbeiträge auf Rekordhoch bis 2035
Die Warnung ist deutlich: Bis 2035 könnten die Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland fast 50 Prozent des Bruttolohns erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Projektion des Berliner Iges Instituts, durchgeführt im Auftrag der DAK-Gesundheit. Laut der Analyse droht insbesondere der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die aktuell 73 Millionen Menschen absichert, ein drastischer Anstieg. Der Beitragssatz könnte von derzeit 17,5 auf 20 Prozent steigen. Angesichts dieser Zahlen fordert Andreas Storm, Vorstandschef der DAK, ein umfassendes Sofortprogramm von der Politik.

Kernforderungen der DAK: Entlastung durch Steuermittel und Reformen
Storms Vorschläge zur Stabilisierung der Beiträge sind klar umrissen: Die geplante Finanzierung des Transformationsfonds zur Krankenhausreform, die jährlich 2,5 Milliarden Euro belastet, müsse umgehend gestoppt werden. Zudem fordert er eine Erhöhung des Bundeszuschusses an die Krankenkassen um 7 Milliarden Euro, wodurch dieser ab 2025 insgesamt 21,5 Milliarden Euro betragen würde. Mit diesen Mitteln sollen vor allem versicherungsfremde Leistungen, wie etwa die Kosten für Empfänger des Bürgergelds, gedeckt werden. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Beitragszahler für Leistungen aufkommen, die eigentlich der Steuerzahler tragen sollte“, erklärte Storm.

Langfristige Lösungen: Ausgabenkontrolle und Steuerung der Versorgung
Neben kurzfristigen Entlastungen setzt Storm auf strukturelle Veränderungen: Eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik sei unerlässlich. Die Ausgaben der Krankenkassen müssten sich strikt an den Einnahmen orientieren. Besonders betonte er die Bedeutung einer besseren Steuerung der Patientenversorgung, wie sie jüngst von der Bundesärztekammer vorgeschlagen wurde. Auch die lange diskutierte Notfallreform müsse endlich umgesetzt werden.

Die Prognose des Iges Instituts zeigt: Ohne tiefgreifende politische Maßnahmen könnte die Belastung der Beitragszahler in den kommenden Jahren auf ein historisches Niveau steigen. Die Forderungen der DAK verdeutlichen, dass ein schnelles Handeln nötig ist, um die Beitragslast stabil zu halten und die finanzielle Nachhaltigkeit des Sozialversicherungssystems zu sichern.

 

Quelle

In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe