Steigende Fehlzeiten: Aktuelle AOK-Daten im Überblick
Der Krankenstand in der Finanz- und Versicherungsbranche hat sich laut einer Analyse von Bloomberg auf Basis von AOK-Daten in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt. Während im Jahr 2003 noch durchschnittlich 3,1 % der Mitarbeiter pro Arbeitstag krank waren, stieg dieser Wert bis 2023 auf 4,5 %. Die Auswertung basiert auf den Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von rund 15 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern in Deutschland, die differenziert nach Branchen betrachtet wurden. Trotz einiger methodischer Besonderheiten, wie die AOK betont, bestätigt der langfristige Trend den signifikanten Anstieg der Fehlzeiten.
Im Branchenvergleich schneiden Banken und Versicherer dennoch gut ab: Mit einem Krankenstand von 4,5 % verzeichneten sie 2023 die geringsten Fehlzeiten aller untersuchten Sektoren. Im Gegensatz dazu lagen die Werte in der Öffentlichen Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen bei jeweils 7,5 %, gefolgt von Energie, Wasser und Entsorgung mit 7,4 %. Insgesamt lag der durchschnittliche Krankenstand über alle Branchen hinweg bei 6,6 %.
Atemwegserkrankungen als Hauptursache
Die AOK-Daten zeigen, dass Atemwegserkrankungen 2023 für 21 % der krankheitsbedingten Fehltage in Banken und Versicherungen verantwortlich waren – ein Wert, der nur von der Branche Erziehung und Unterricht erreicht wurde. Psychische Erkrankungen machten 15 % der Fehlzeiten aus, was diese Berufsgruppen im Vergleich zur Gesamtwirtschaft in eine Spitzengruppe einordnet. Muskel- und Skelett-Erkrankungen, die in anderen Branchen oft dominieren, waren hingegen mit einem Anteil von nur 11 % in dieser Branche vergleichsweise selten.
Der Bericht unterstreicht damit nicht nur die spezifischen Belastungen der Finanz- und Versicherungsbranche, sondern auch deren relative Robustheit im Vergleich zu anderen Sektoren. Die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklungen bleiben jedoch abzuwarten, insbesondere angesichts der wachsenden Bedeutung psychischer Erkrankungen.
