Erhöhte Wechselbereitschaft durch teils deutlich steigende Prämien in der Kfz-Versicherung

In der aktuellen Kfz-Wechselsaison verzeichnet der Deutsche Maklerverbund (DEMV) eine ungewöhnlich hohe Wechselbereitschaft bei Fahrzeughaltern, ausgelöst durch die stark anziehenden Prämien der Versicherer. Für Makler eröffnet dies die Chance, durch gezielte und transparente Beratung neue Kunden zu gewinnen und das Vertrauen in ihre Expertise zu stärken. DEMV-Produktmanager Andreas Götzke-Pfeil betont, dass Makler proaktiv auf ihre Kunden zugehen sollten, insbesondere wenn die Prämienanpassungen die marktüblichen Erhöhungen übersteigen. Der Begriff „marktüblich“ bleibt dabei jedoch schwammig, was Raum für Interpretation schafft. Makler werden zudem aufgefordert, Rabatte und Sonderaktionen kleiner Anbieter kritisch zu prüfen, da diese oft eine nur kurzfristige Stabilität versprechen und bei langfristigen Belastungen auf Kosten des Service gehen könnten.

Preistreiber im Schadenmanagement und die Auswirkungen auf Versicherungsbeiträge

Die Versicherungsbranche sieht sich durch stark gestiegene Kosten im Schadenmanagement unter Druck, was sich auf die Höhe der Kfz-Prämien niederschlägt. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wirken sich vor allem hohe Preise für Ersatzteile und die gestiegenen Werkstattkosten infolge von Inflation und Lieferengpässen belastend auf die Kalkulation der Versicherer aus. Ein typischer Kfz-Haftpflichtschaden ist heute rund 60 Prozent teurer als vor knapp zehn Jahren, was die Branche zu Anpassungen zwingt. Einige Experten prognostizieren, dass eine branchenweite Erhöhung der Prämien um etwa 20 Prozent im Jahr 2025 erforderlich sein wird, um die Rentabilität in der Kfz-Sparte zu sichern.

Zusätzliche Belastungen durch vermehrte Autoteilediebstähle

Ein weiteres Problemfeld ergibt sich aus der Zunahme von Autoteilediebstählen, die erhebliche finanzielle Folgen für Versicherer und Kunden mit sich bringen. Laut GDV wurden im vergangenen Jahr in 63.000 Fällen Teile wie Bordcomputer und Katalysatoren gestohlen, was zu einem wirtschaftlichen Schaden von etwa 124 Millionen Euro führte – ein Anstieg von neun Prozent. Neben den gestohlenen Teilen entsteht durch solche Diebstähle zusätzlicher Schaden, da die Täter oft auch andere Bereiche des Fahrzeugs beschädigen. GDV-Vize Anja Käfer-Rohrbach hebt hervor, dass die Gesamtschäden durch solche Diebstähle weit über den Wert der gestohlenen Teile hinausgehen und die Prämien zusätzlich belasten.

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