Versicherungsbranche öffnet sich zunehmend für Fusionen

Auf der diesjährigen DKM 2024 in Dortmund wurde klar, dass Fusionen in der Versicherungsbranche heute eine größere Rolle spielen als je zuvor. Hochrangige Vertreter wie Norbert Rollinger (R+V), Harald Rosenberger (Nürnberger) und Jens Warkentin (HDI Deutschland) äußerten sich offen zu möglichen Zusammenschlüssen, die einst als undenkbar galten. Während in der Vergangenheit Tradition und Eigenständigkeit Vorrang hatten, scheint nun eine pragmatische Haltung vorzuherrschen: Fusionen werden als Mittel gesehen, um Synergien zu nutzen und den Herausforderungen der Digitalisierung und Regulierung besser zu begegnen.

Strengere Regulierung als Chance für die Branche

Neben den Konsolidierungsplänen wurden auf der DKM auch die verschärften Regulierungsanforderungen durch die neue EU-Verordnung DORA thematisiert. Diese Vorschriften, die die digitale Widerstandsfähigkeit der Finanzbranche stärken sollen, stellen die Versicherer vor neue Herausforderungen. Jens Warkentin sieht darin jedoch auch eine Schutzfunktion, die große Tech-Konzerne daran hindert, sich einfach in die Versicherungsbranche zu drängen. Die Versicherungsunternehmen seien durch ihre jahrzehntelange Erfahrung in der Lage, die komplexen Regularien kosteneffizient umzusetzen und somit ihre Position im Markt zu festigen.

Uneinigkeit über die Deckungsknappheit in der Gewerbeversicherung

Ein weiteres zentrales Thema war die mangelnde Deckung in der Gewerbeversicherung, die vor allem für Branchen mit hohem Risiko zunehmend zum Problem wird. Norbert Rollinger betonte, dass sich der Markt selbst regulieren werde und es normal sei, dass einige Anbieter in riskanten Segmenten zurückhaltend agieren. Diese Haltung steht im Kontrast zu den Sorgen des BDVM, der die Deckungsknappheit als existenzbedrohend für viele Unternehmen sieht. Während die Vorstandsrunde das Thema gelassen betrachtet, wird deutlich, dass die Ansichten über die Risiken und Chancen der Marktanpassung in der Branche auseinandergehen.

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