Generation Z verlangt nach mehr als Obstkörben
In der Rekrutierung der Generation Z – also der Jahrgänge 1995 bis 2010 – stoßen altbewährte Benefits wie der klassische Obstkorb zunehmend auf Ablehnung. Junge Fachkräfte suchen nach Angeboten, die ihre langfristigen Bedürfnisse decken, statt oberflächlicher Anreize. Generationenforscher Hartwin Maas betont, dass die bAV (betriebliche Altersvorsorge) und bKV (betriebliche Krankenversicherung) durchaus attraktiv für diese Altersgruppe sein könnten, sofern sie flexibel und transparent gestaltet sind. Trotzdem zeigt das bAV-Monitoring 2023 der Deutschen Clearing-Stelle, dass nur 8,7 Prozent der bAV-Verträge auf die Generation Z entfallen, was auf eine skeptische Haltung dieser Gruppe gegenüber traditionellen Vorsorgemodellen hinweist.
Die betriebliche Krankenversicherung muss individuell ansprechen
Um die Generation Z besser zu erreichen, setzen Unternehmen zunehmend auf die bKV als personalisierte Gesundheitsvorsorge. Uwe Jüttner von Aon Deutschland sieht Potenzial für die bKV, wenn sie den Anforderungen junger Angestellter entspricht, etwa durch Angebote zur Stressbewältigung oder Unterstützung bei der Vermittlung von Facharztterminen. Zwar bleibt laut Maas das Interesse der Generation Z an solchen Zusatzleistungen verhalten, aber gezielte Maßnahmen, die eine bessere Work-Life-Balance unterstützen, könnten ihre Attraktivität steigern. Solche bedürfnisorientierten Angebote gewinnen an Bedeutung, da sie neben der körperlichen zunehmend die psychische Gesundheit fördern – ein wachsendes Thema für junge Arbeitnehmer.
Flexible Vorsorgeprodukte als Basis für langfristige Mitarbeiterbindung
Für Unternehmen besteht die Herausforderung darin, Vorsorgeangebote so zu kommunizieren, dass sie die individuellen Wünsche der Generation Z widerspiegeln. Expert
wie Jeremias Lauterbach von Mercer weisen darauf hin, dass Flexibilität in der bAV, etwa durch Portabilität bei Stellenwechsel, entscheidend ist. Die Zielgruppe sieht bAV und bKV zwar nicht als Allheilmittel, doch können sie zur Mitarbeiterbindung beitragen, wenn Unternehmen ihre Vorteile klar und verständlich vermitteln. Letztlich bietet eine strategische Vorsorgepolitik das Potenzial, die Loyalität und Zufriedenheit junger Talente zu stärken – ein wichtiger, aber nicht alleiniger Schritt gegen den Fachkräftemangel.
