Milliardenverluste für Kfz-Versicherer erwartet
Die deutschen Kfz-Versicherer stehen vor einem finanziellen Rückschlag, der laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen Verlust von rund zwei Milliarden Euro für dieses Jahr prognostiziert. Trotz eines Anstiegs der Beitragseinnahmen auf 33,8 Milliarden Euro übersteigen die Kosten für Schäden und Verwaltung die Einnahmen deutlich. Bereits im Vorjahr mussten die Versicherer ein Defizit von mehr als drei Milliarden Euro hinnehmen. Diese anhaltende Verlustserie zeigt die strukturellen Herausforderungen, vor denen die Branche steht.
Prämienerhöhungen in Aussicht
Angesichts der hohen Verluste ist eine Erhöhung der Kfz-Versicherungsprämien wahrscheinlich. Jörg Asmussen vom GDV weist darauf hin, dass Versicherer die steigenden Schadenkosten in ihre Kalkulation einfließen lassen müssen. Auch die BaFin fordert eine Berücksichtigung der Schadeninflation bei der Prämiengestaltung. Rückversicherer wie E+S Rück erhöhen ebenfalls den Druck, da sie bei den bevorstehenden Verhandlungen eine Anpassung der Prämien verlangen. Brancheninsider erwarten Steigerungen von bis zu acht Prozent, wobei einige Versicherer, wie die Huk-Coburg, sogar zweistellige Erhöhungen planen, um ihre Verlustquoten zu senken.
Steigende Reparaturkosten belasten die Branche
Ein zentraler Faktor für die finanzielle Schieflage der Kfz-Versicherer sind die stetig steigenden Reparaturkosten. Sowohl die Preise für Ersatzteile als auch die Stundensätze in Kfz-Werkstätten sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Allein im Jahr 2023 erreichten die Arbeitskosten mit 188 Euro pro Stunde einen neuen Höchststand. Dadurch erhöhte sich der durchschnittliche Sachschaden in der Kfz-Haftpflichtversicherung auf 4.000 Euro, ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu 2.500 Euro vor zehn Jahren. Diese Kostenexplosion trägt maßgeblich zu den Verlusten der Versicherer bei.
