Allianz verzeichnet Erfolge mit Gebrauchtteile-Initiative
Die Allianz erzielt erste positive Ergebnisse mit ihrer im April gestarteten Initiative, bei Fahrzeugreparaturen verstärkt gebrauchte Ersatzteile einzusetzen. Durch die Kooperation mit der Plattform Claimparts ist das Angebot an verfügbaren Teilen um 40 Prozent auf 4,5 Millionen gestiegen. Frank Sommerfeld, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG, zeigt sich erfreut über diese Entwicklung und betont, dass Kunden offen für diese nachhaltige Reparaturmethode sind.
Hohe Kundenakzeptanz trotz gesetzlicher Hindernisse
Laut einer Allianz-Umfrage stimmen 89 Prozent der Teilnehmer der Verwendung intakter, jedoch gebrauchter Teile zu. In der Praxis entscheidet sich jeder zweite angesprochene Kunde für eine Reparatur mit Gebrauchtteilen. Dennoch sieht sich die Allianz mit gesetzlichen Einschränkungen in Deutschland konfrontiert, die den Ausbau des Gebrauchtteile-Marktes bremsen. Während andere Länder wie die USA, Schweden und Frankreich bereits seit Jahren erfolgreich auf Gebrauchtteile setzen, fehlen hierzulande entsprechende Rahmenbedingungen.
Nachhaltigkeit und Kostensenkung als gemeinsame Chance
Die Nutzung gebrauchter Ersatzteile bietet nicht nur Potenzial für Kosteneinsparungen in der Kfz-Versicherung, sondern leistet auch einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Beispielsweise können durch den Einbau einer gebrauchten Fahrertür bei einem VW ID.3 rund 78,4 Prozent CO₂ eingespart werden. Hochgerechnet sieht die Allianz ein Einsparpotenzial von 420.000 Tonnen CO₂ pro Jahr in Deutschland. Sollte die Verfügbarkeit von Gebrauchtteilen für jüngere Fahrzeugmodelle gesichert sein, plant die Allianz die Einführung eines Kfz-Tarifs, der die Verwendung solcher Teile beinhaltet. Sommerfeld appelliert an die Politik, die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese Entwicklung voranzutreiben.
