Trotz Kritik, BDVM beharrt auf Provisionsdeckel

Der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) bekräftigte auf der jüngsten Konferenz in Hamburg erneut seine Haltung zur Begrenzung der Abschlussprovisionen. Diese sollen von bisher 40-55 Promille auf 25 Promille reduziert werden, während die laufende Bestandsvergütung angehoben werden soll. Wie genau diese neue Vergütungsstruktur aussehen könnte, lässt der Verband noch offen – eine Entscheidung, die weitreichende Konsequenzen für die Branche haben dürfte. BDVM-Präsident Thomas Billerbeck erklärte hierzu, dass das Thema bereits seit Jahren im Verband diskutiert werde, nun jedoch stärker in den Vordergrund gerückt sei. Marcus Wetzel, Geschäftsführer bei Martens & Prahl Pensionsmanagement, betont: „Es würde der Branche guttun, wenn sie nicht so abschlussgetrieben wäre.“ Ziel der Reform ist es, Fehlanreize im Vertrieb zu eliminieren und eine nachhaltigere Geschäftsstruktur zu fördern.

Kritik aus der Branche und in den sozialen Medien

Wie erwartet, führte der Vorschlag des BDVM zu hitzigen Diskussionen, insbesondere in sozialen Netzwerken. Andreas Lohrenz, der die Facebook-Gruppen „Versicherungsvermittler Deutschland“ und „Versicherungsmaklerforum Deutschland“ betreibt, bezeichnete den Vorschlag als „Mist“ und unterstrich, dass Vermittler unter dem aktuellen Modell keineswegs überbezahlt würden. Lohrenz kommentiert auf Linkedin: „Wer eine andere Vergütung will, kann Nettotarife vermitteln. Aber bitte die Finger vom Rest lassen.“ Auch Stephan von Heymann, ein Branchenspezialist, äußerte auf Linkedin Bedenken: „Die Abschlusskosten sind wirklich nicht das Hauptproblem des Kunden. Versicherer sollten ihre Kostenstruktur überdenken, bevor sie diese Diskussion weiter befeuern.“ BDVM-Präsident Billerbeck reagierte gelassen und betonte, dass er Diskussionen befürworte, jedoch auf einem respektvollen Kommunikationsniveau bestehe.

Debatte um Elementarschäden-Pflichtversicherung

Ein weiteres Thema der Konferenz war der Vorschlag einer Pflichtversicherung für Elementarschäden, die der BDVM jedoch ablehnt. Stattdessen spricht sich der Verband für ein „Opt-out“-Modell aus: Kunden sollen diese Absicherung grundsätzlich angeboten bekommen und nur durch explizite Ablehnung darauf verzichten können. Billerbeck betonte zudem, dass Kunden, die freiwillig auf eine Versicherung verzichten, im Schadensfall keine staatlichen Hilfen beanspruchen sollten. Diese Position stieß auf gemischte Reaktionen und hebt die kontroversen Positionen innerhalb der Branche zur Risikoversicherung in Zeiten zunehmender Naturkatastrophen hervor.

Quelle

In Kooperation mit der
INTER Versicherungsgruppe