Rhion Versicherung stoppt Vertrieb von Wohngebäudeversicherungen über Maklerpools
Die Rhion Versicherung stellt den Vertrieb von Wohngebäudeversicherungen über Maklerpools und Finanzvertriebe ein. Bereits bestehende Verträge in diesem Bereich werden nicht fortgeführt. Diese Entscheidung wurde von einem Unternehmenssprecher auf Anfrage der Fachzeitschrift procontra bestätigt. Der Schritt wird als bedeutend für den deutschen Maklermarkt angesehen und folgt ähnlichen Maßnahmen anderer Versicherer wie dem HDI.
Anpassung des Portfolios und verlustreiche Wohngebäudesparte
Die Maßnahme wird mit der Notwendigkeit einer Neuausrichtung des Portfoliomixes begründet. Die RheinLand Versicherungsgruppe, zu der die Rhion Versicherung gehört, strebt stabile Erträge durch einen ausgewogenen Bestandsmix an. Der überproportionale Anstieg des Bestandsanteils in der Wohngebäudesparte habe zu einer Unwucht geführt. Trotz eines Beitragswachstums von 25,4 Prozent auf knapp 22 Millionen Euro im letzten Jahr verzeichnete die Sparte ein negatives versicherungstechnisches Ergebnis aufgrund gestiegener Schadenaufwendungen.
Branchentrend und mögliche weitere Schritte
Die Entscheidung der Rhion Versicherung spiegelt einen Branchentrend wider, bei dem Versicherer den Vertrieb über Maklerpools reduzieren. Maklerpools gelten als teurer Vertriebsweg wegen höherer Provisionen. Marktbeobachter wie procontra erwarten, dass weitere Versicherer diesem Beispiel folgen könnten. Die Rhion Versicherung betont jedoch, dass diese Maßnahme ausschließlich die Wohngebäudesparte betrifft und es keine Überlegungen gibt, ähnliche Schritte in anderen Sparten wie dem Kfz-Geschäft zu unternehmen.
