Erneute Prämienerhöhungen für Privatversicherte erwartet

Privat Krankenversicherte müssen sich auch im kommenden Jahr auf steigende Prämien einstellen. Dies geht aus den neuen PKV-Sterbetafeln hervor, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kürzlich vorgestellt wurden. Diese Tabellen zeigen, dass sich die Lebenserwartung der Versicherten weiter erhöht hat. Auch die Preispolitik der Versicherer, die Kostensteigerungen nur verzögert weitergeben dürfen, spielt hierbei eine Rolle.

Hintergrund der Prämienerhöhungen

Zum Jahreswechsel haben die privaten Krankenversicherer die Beiträge um durchschnittlich sieben Prozent angehoben, wie der PKV-Verband berichtet. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies nicht das Ende der Fahnenstange ist. Das Handelsblatt berichtet, dass in einigen Tarifen sogar zweistellige Anpassungen zu erwarten sind. Hauptgründe für diese Entwicklung sind die Inflation und die neuen Sterbetafeln. Beispielsweise zeigt die aktuelle Tabelle, dass von einer Million 61-jähriger Frauen 2785 das 62. Lebensjahr nicht erreichen werden, gegenüber 2789 im Vorjahr.

Marktdynamik und Expertenmeinungen

Der Versicherungsmakler Sven Hennig, spezialisiert auf Kranken- und Berufsunfähigkeitstarife, warnt vor einem „bösen Erwachen“: Insbesondere in Tarifen für jüngere Zielgruppen, wo die Prämien lange stabil gehalten wurden, könnten nun starke Anpassungen folgen. Hennig rechnet mit sprunghaften Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich. So hat beispielsweise die Debeka ihre Prämien zum Jahreswechsel um durchschnittlich 17,6 Prozent erhöht.

Weitere Faktoren für die Prämiensteigerungen

Zusätzlich zu den Sterbetafeln und der Inflation belasten weitere Faktoren die Prämienentwicklung. Die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen der PKV sind von 2017 bis 2022 trotz stagnierender Versichertenzahlen erheblich gestiegen. Ebenso tragen teurere Arzneimittel und eine alternde Gesellschaft zu den höheren Kosten bei. Während die PKV neue, oft teurere Medikamente erstattet, greifen gesetzliche Kassen häufiger auf günstigere Generika zurück. Eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) zeigt, dass bei Privatversicherten 20,8 Prozent der verordneten Arzneimittel patentgeschützt sind, verglichen mit nur 6,5 Prozent in der GKV. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Faktoren auf die Prämienentwicklung in der privaten Krankenversicherung auswirken und welche Maßnahmen die Versicherer ergreifen werden, um die finanzielle Belastung für ihre Kunden abzufedern.

Quelle

In Kooperation mit der <br>INTER Versicherungsgruppe