Euro am Sonntag (Ausgabe vom 12. November): „Lebensversicherer stoppt umstrittene Schreiben“

Gothaer hatte Kunden eine vorzeitige Kündigung vorgeschlagen und fürchtet nun Imageschäden

PRESSEMITTEILUNG – München. Die Gothaer, einer der größten deutschen Lebensversicherer, hat umstrittene Schreiben an Kunden gestoppt. Man habe die Aussendungen „vorerst ausgesetzt“, sagte eine Sprecherin gegenüber der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ (Ausgabe vom 12. November).

Der Versicherer hatte Kunden seit Anfang Oktober massenweise vorgeschlagen, ihren Vertrag zu kündigen. Verbraucherschützer raten von einer vorschnellen Kündigung ab und vermuten, dass die Gothaer hochverzinste Verträge loswerden will. Manche Kontrakte haben einen Garantiezins von vier Prozent – so viel ist an den Finanzmärkten derzeit bei weitem nicht zu erzielen. Die Aktion war vor einigen Tagen Teil einer kritischen Titelgeschichte der „Bild“-Zeitung.

Nun sagte die Sprecherin, man wolle vermeiden, „dass bei einzelnen Kunden, Vertriebspartnern und Presse ein falscher Eindruck entsteht“. Die Gothaer bekenne sich zu ihren Altverträgen und Altkunden. Die Sprecherin ließ offen, wieviele Schreiben verschickt wurden. Sie waren den sogenannten Standmitteilungen beigelegt, mit denen Lebensversicherte einmal pro Jahr ihre Finanzdaten erfahren. Die Gothaer liegt auf Platz 20 der größten Lebensversicherer Deutschlands. Ein ähnlich großer Anbieter, die Neue Leben, war zuvor ins Kreuzfeuer geraten. Er hatte 30 000 Kunden eine Kündigung nahegelegt.

Unterdessen dementierte ein Sprecher des Versicherungskonzerns Generali gegenüber „Euro am Sonntag“ eine Meldung des Wirtschaftsportals „manager-magazin.de“, auch sein Haus habe solche Schreiben verschickt. Vielmehr gebe es bei der Generali Lebensversicherung ein Pilotprojekt mit persönlicher Beratung, in dem rund 1000 Kunden „die Möglichkeit zur Nutzung ihrer Lebensversicherung“ aufgezeigt werde. Unter anderem gehe es um einen möglicherweise „veränderten Kapitalbedarf“, sagte der Sprecher.

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