Fitch bestätigt ‚A‘ Finanzstärkerating der Gothaer; Ausblick stabil

PRESSEMITTEILUNG – Fitch Ratings, London/Frankfurt, 20. September 2016: Fitch Ratings hat die ‘A’ Finanzstärkeratings (Insurer Financial Strength, IFS-Rating) und die ‘A-’ Emittentenausfallratings (Issuer Default Rating, IDR) der Gothaer Allgemeine Versicherung AG („GA“) und der Gothaer Lebensversicherung AG („GL“) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Darüber hinaus bestätigt Fitch das ‘BBB’ Rating der nachrangigen Anleihe der GA im Volumen von 250 Mio. Euro.

SCHLÜSSELFAKTOREN DER RATINGS

Die Bestätigung spiegelt die starke und widerstandsfähige Kapitalausstattung des Gothaer Konzerns („die Gothaer“) wider, sowie die starke Marktposition und die gut diversifizierte Aufstellung der Gruppe. Das Rating ist aufgrund des herausfordernden Niedrigzinsumfeldes eingeschränkt, weil dieses es schwierig macht, in der Lebensversicherung ausreichende Kapitalanlageergebnisse zur Bedienung der Garantieverzinsung für langlaufende Versicherungsverträge zu generieren.

Die starke Kapitalausstattung des Konzerns wirkt positiv auf die vergebenen Ratings. Diese Einschätzung wird gestützt durch die Note „stark“, die die Gothaer im Fitch’s Prism FBM-Kapitalmodell am Ende 2015 erreicht hat und durch eine aufsichtsrechtliche Gruppensolvabilität von 194% (2014: 196%). Fitch erwartet, dass die Gothaer ihre starke Kapitalausstattung 2016 behält und eine Solvency II-Quote von deutlich über 100% erreichen wird, auch wenn keine Übergangsmaßnahmen zur Anwendung kommen.

Der Konzernjahresüberschuss der Gothaer verbesserte sich 2015 von 114 Mio. Euro auf 137 Mio. Euro. Dies war vor allem durch höhere Realisierung von Kursgewinnen in der Lebensversicherung und im Nicht-Lebensversicherungsgeschäft getrieben. Das versicherungstechnische Ergebnis in der Sachversicherung ist 2015 stabil geblieben. Die Netto-Schaden-/Kostenquote hat sich leicht auf 96,2% verbessert (2014: 97,7%). Für 2016 erwarten wir eine leichte Erhöhung der Netto-Schaden-/Kostenquote. Das Kapitalanlageergebnis in der Sachversicherung im Jahr 2015 verbesserte sich durch die Gewinnrealisierung im Immobilienbereich, die als Einmaleffekt zu sehen ist. Das Ergebnis in der Lebensversicherung war weiter negativ beeinflusst durch das Niedrigzinsumfeld. Das wurde teilweise durch höhere Gewinnrealisierung und durch eine verbesserte Kostenstruktur kompensiert. Die Aufwendungen für die Zinszusatzreserve haben in 2015 204 Mio. Euro erreicht (2014: 151 Mio. Euro) und wurden hauptsächlich durch realisierte Kursgewinne finanziert.

Die Duration der Kapitalanlage der GL ist kürzer als die Duration ihrer Verbindlich­keiten. Diese Lücke ist im Einklang mit der durchschnittlichen Durationslücke der deutschen Lebensversicherer. Fitch sieht die Durationslücke als negativen Faktor für das Rating, weil es zum Zinsänderungsrisiko beiträgt. Allerdings hat die Gothaer in den letzten zwei Jahren die Kapitalanlage-Duration verlängert und dadurch ihre Position verbessert. Dazu kommt, dass GL ihre Produktpalette von klassischen Lebensversicherungsprodukten auf neue, weniger zinssensible Produkte umgestellt hat.

Fitch betrachtet die Kapitalanlagestruktur der Gothaer als umsichtig gesteuert und gut diversifiziert. Die Aktienquote bleibt niedrig, obwohl sie 2015 von 0,4% auf 1,1% gestiegen ist. Die Gothaer hat ihren Bestand an nachrangigen Verbindlichkeiten in der Finanz- und Unternehmensbranche weiter reduziert. Zum Jahresende 2015 betrugen diese Investitionen 3,2% der gesamten Kapitalanlage (2014: 3,5%). Wir erwarten keine großen Veränderungen in die Kapitalverteilung der Gothaer.

Die Gothaer wird von einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit geführt und vereinnahmte 2015 gebuchte Bruttobeiträge (GBB) in Höhe von 4,5 Mrd. Euro (2014: 4,5 Mrd. Euro). Damit gehört die Gothaer zu den größeren unter den mittelgroßen deutschen Versicherungsgesellschaften mit einen starken und stabilen Marktposition. Zielgruppe der Gothaer sind Privatkunden sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Der Vertrieb erfolgt über Ausschließlichkeitsvertreter, unabhängige Finanzvertriebe und – im eingeschränkten Umfang – über Kooperationen mit Banken.

Die GA ist mit GBB in Höhe von 1,7 Mrd. Euro die Kerngesellschaft im Schaden- und Unfallsegment des Gothaer Konzerns. Die Gothaer plant 2017 die GA mit dem anderen Sachversicherer, Asstel Sach zu fusionieren. GL, der Hauptlebens­versicherer der Gruppe, hat GBB in Höhe von 1,3 Mrd. Euro. Das dritte Geschäftsfeld, die Krankenversicherung, wird von der Gothaer Krankenversicherung AG (0,8 Mrd. Euro GBB) abgedeckt.

RATINGSENSITIVITÄTEN

Schlüsselfaktoren für eine Heraufstufung der Ratings umfassen eine Verbesserung der Kapitalausstattung (gemessen im PRISM-Kapitalmodell von Fitch sowie anderen relevanten Kriterien, wie die Solvency II-Quote) und eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität in der Lebensversicherung und den Investment-Aktivitäten der Gothaer mit einer Eigenkapitalrendite von über 7,5%.

Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung der Ratings umfassen einen Rückgang der Kapitalausstattung gemessen an einem Rückgang auf ein Niveau am unteren Ende der Kategorie „stark“ im Prism FBM-Kapitalmodell von Fitch oder an eine Netto-Schaden-/Kostenquote von über 105%.

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