Provinzial / 4. Münsterisches Vermittlerforum auf Gut Havichhorst Im Fokus: „Digitalisierung des Vertriebs“

PRESSEMITTEILUNG – Provinzial – Ist ein Kunde, der seine Versicherung im Internet abschließt, genauso schutzbedürftig wie derjenige, der das persönliche Gespräch vor Ort sucht? Dies war eine der Fragen, um deren Beantwortung beim 4. Münsterischen Vermittlerforum konstruktiv gerungen wurde. Organisiert wird das Vermittlerforum traditionell von der Forschungsstelle für Versicherungswesen an der Universität Münster zusammen mit der Provinzial Versicherung.

„Die meisten Kunden, die Produkte im Internet kaufen, erhoffen sich einen finanziellen Vorteil“, betonte Dr. Frank Baumann, Fachanwalt für Versicherungsrecht in Hamm, „Sie nehmen dafür bewusst in Kauf, dass sie nicht die Beratungsqualität eines persönlichen Gesprächs erhalten.“

Wolfgang Eichele, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Versicherungs-kaufleute, wies auf potentiell entstehende Beratungslücken hin und führte als Beispiel einen aktuell anhängigen Prozess gegen ein bekanntes Vergleichsportal an: „Die Kunden suchen einen objektiven Marktvergleich. Weil viele Fragen im Netz aber überhaupt nicht gestellt werden, kann die Beratung nicht wirklich objektiv sein.“

Prof. Dr. Fred Wagner, Leiter des Instituts für Versicherungsbetriebslehre der Universität Leipzig, erläuterte die Notwendigkeit für den Versicherungsvertrieb, sich den gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen. Seine These: „Alles, was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert. Alles, was sich vernetzen lässt, wird vernetzt. Und das verändert alles.“ Er erläuterte: „Es sind diejenigen Versicherer und Vermittler gut beraten, die sich als Problemlöser und Lebensmanager mit anderen lebensnahen Netzwerken zusammenschließen. “ Ansätze hierfür gebe es bereits zahlreiche. Mit Blick auf die Bindung junger qualifizierter Mitarbeiter empfahl er, die Wünsche der Generation Y ernst zu nehmen. Darunter fallen insbesondere Themen wie digitale Wettbewerbsfähigkeit, Umsetzung neuer Technologien und Kommunikation auf Augenhöhe.

Rechtsanwalt Udo Fetzer, Dozent am Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln, ist seit dem ersten Münsterischen Vermittlerforum dabei. „Eine hochklassige und sehr lebendige Veranstaltung“, lobt er das fachliche Niveau und die Diskussionsfreude der Referenten aber auch der über 100 Teilnehmer.

Im Namen der Veranstalter bilanzierten Christian Buschkotte, Leiter Firmenkunden-Vertrieb der Provinzial, und Prof. Dr. Heinrich Dörner, Direktor der Forschungsstelle für Versicherungswesen der Universität Münster, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen über Zukunft und Sicherheit im Versicherungsvertrieb gebe, die im Interesse einer qualifizierten Absicherung des Kunden gut diskutiert und transparent geregelt werden müssten.

Pressefoto_Viertes Münsterisches Vermittlerforum

Bildunterschrift: Über die Digitalisierung des Versicherungsvertriebs diskutierten beim 4. Münsterischen Vermittlerforum (v.links): Dr. Frank Baumann (Fachanwalt für Versicherungsrecht), Christian Buschkotte (Provinzial), Eva Tkocz (Provinzial), Prof. Dr. Heinrich Dörner (Forschungsstelle für Versicherungswesen der WWU), Prof. Dr. Fred Wagner (Institut für Versicherungsbetriebslehre der Universität Leibzig) , Dr. Ulrich Scholten (Vorstandsmitglied Provinzial NordWest), Prof. Dr. Petra Pohlmann (Geschäftsführende Direktorin Forschungsstelle für Versicherungswesen der WWU) und Dr. Wolfgang Eichele (Bundesverband Dt. Versicherungskaufleute). (Foto: Provinzial)