Talanx verzeichnet erfreuliches erstes Quartal

  • Gebuchte Bruttoprämien steigen im ersten Quartal um 12,2 Prozent auf 9,4 (8,4) Mrd. EUR
  • EBIT um 16,1 Prozent auf 643 (554) Mio. EUR verbessert
  • Konzernergebnis wächst um 16,2 Prozent auf 251 (216) Mio. EUR
  • Konzern hält Ausblick für Gesamtjahr 2015 aufrecht

PRESSEMITTEILUNG – Hannover, 11. Mai 2015: Die Talanx-Gruppe hat im ersten Quartal 2015 einen erfreulichen Geschäftsverlauf verzeichnet. Das Konzernergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16,2 Prozent auf 251 (216) Mio. EUR. Geprägt durch den Ausbau des Auslandsgeschäftes und durch die Abwertung des Euro erzielte der Konzern einen Brutto-Prämienzuwachs um 12,2 Prozent auf 9,4 (8,4) Mrd. EUR, währungskursbereinigt waren es 6,8 Prozent. Auch das inländische Geschäft verbuchte im ersten Quartal gestiegene Beitragseinnahmen.

„Der erfreuliche Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2015 macht deutlich, dass unsere Strategie der Diversifizierung und Internationalisierung Früchte trägt. Vor diesem Hintergrund bestätigen wir unser Ziel, 2015 einen Konzerngewinn von mindestens 700 Mio. EUR zu erreichen“, erklärte Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. „Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und wettbewerbsintensiver Industrie- und Rückversicherungsmärkte stehen wir weiterhin vor großen Herausforderungen. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir diese erfolgreich bewältigen.“

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete die Gruppe in den Berichtsmonaten eine erhöhte Großschadenbelastung von 156 (41) Mio. EUR. Das erste Quartal war geprägt durch Großschäden aus dem Sturmtief „Niklas“, aus dem Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525 sowie durch mehrere größere Feuerschäden im Geschäftsbereich Industrie. Auf die Erstversicherung entfielen Großschäden in Höhe von 94 (10) Mio. EUR, die Rückversicherung verbuchte eine Großschadenlast von 62 (31) Mio. EUR. Die Großschäden blieben mit 156 Mio. EUR aber innerhalb des im Konzern dafür veranschlagten Großschadenbudgets von rund 230 Mio. EUR.

Angesichts der höheren Schäden stieg die kombinierte Schaden-/Kostenquote auf 96,5 (94,3) Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis sank konzernweit auf -389 (-370) Mio. EUR. Es blieb insgesamt bestimmt durch die Beteiligung deutscher Lebensversicherungskunden am Kapitalanlageergebnis, die gemäß IFRS das versicherungstechnische Ergebnis belastet. Das Kapitalanlageergebnis verblieb konstant bei 1,0 (1,0) Mrd. EUR. Aus Wertberichtigungen von Anleihen der Heta Asset Resolution ergab sich im ersten Quartal 2015 eine Belastung des Konzernergebnisses von rund vier Mio. EUR.

Ein deutlich verbessertes Währungskursergebnis wirkte positiv auf das operative Ergebnis (EBIT). Dieses stieg, insbesondere aufgrund des guten Ergebnisses der Personen-Rückversicherung, um 16,1 Prozent auf 643 (554) Mio. EUR.

Das Konzernergebnis verbesserte sich um 16,2 Prozent auf 251 (216) Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Quartal bei 0,99 (0,86) EUR.

Die Solvabilitätsquote nach Solvency I betrug zum 31. März 2015 243 Prozent (31.12.2014: 228 Prozent).

Zeitgleich mit den Quartalsergebnissen hat Talanx auch die Berichte aus dem Risikomanagement veröffentlicht. Für das mit Blick auf Solvency II entwickelte interne Modell weist der Konzern hierin per 31.12.2014 eine ökonomische Eigenmittelunterlegung von 194 (333) Prozent aus. Der Wert wurde erreicht, obwohl aufgrund verschärfter regulatorischer Anforderungen Modelländerungen notwendig waren und das Niedrigzinsumfeld weiter anhielt. Unter Einbeziehung von Hybridkapital und Überschussbeteiligungsfonds lag die Quote sogar bei 271 Prozent. Mit diesen Ergebnissen unterstreicht Talanx seine solide Kapitalisierung. Die Gruppe ist auf Kurs, die zum 1. Januar 2016 angestrebte Implementierung des internen Modells für Solvency II zeitgerecht umzusetzen und im Juni einen entsprechenden Antrag bei der BaFin zu stellen.

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Der Geschäftsbereich Industrieversicherung setzte sein Beitragswachstum im ersten Quartal 2015 mit einem Beitragsplus von 7,1 Prozent fort. Die gebuchten Bruttoprämien lagen bei 1,9 (1,8) Mrd. EUR. Gemessen in lokalen Währungen betrug der Zuwachs 3,9 Prozent. Das Wachstum wurde bei einer bereits hohen Marktdurchdringung im deutschen Heimatmarkt erneut vor allem in den internationalen Tochtergesellschaften und Niederlassungen generiert.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote stieg infolge höherer Großschäden auf 98,9 (87,7) Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis ging auf 6 (51) Mio. EUR zurück. Das Kapitalanlageergebnis gab aufgrund anhaltender Niedrigzinsen und außerordentlich realisierten Kursgewinnen im Vorjahresquartal um 26,4 Prozent auf 53 (72) Mio. EUR nach. Das operative Ergebnis lag bei 72 (106) Mio. EUR. Zum Konzernergebnis trug die Industrieversicherung mit 47 (67) Mio. EUR bei.

Der zunehmend internationalen Ausrichtung des Geschäftsbereichs Industrieversicherung und speziell der Tochtergesellschaft HDI-Gerling Industrie Versicherung AG trägt Talanx durch eine Änderung von Firmierung und Gesellschaftsform Rechnung. Wie die Gruppe im März 2015 erklärte, wird ihr Industrieversicherer künftig unter HDI Global SE auftreten. Die Änderung erfolgt voraussichtlich zum Jahreswechsel 2015/2016.

Die gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland stiegen zum Jahresauftakt um 5,3 Prozent auf 2,1 (2,0) Mrd. EUR. Die Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung legten insbesondere aufgrund höherer Einmalbeiträge um 12,6 Prozent auf 1,4 (1,2) Mrd. EUR zu. Dies spiegelte sich auch im Neugeschäft wider – gemessen am Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) erzielte das Segment einen Zuwachs von 27,0 Prozent auf 127 (100) Mio. EUR. Die Schaden-/Unfallversicherer erzielten infolge einer sehr disziplinierten Zeichnungspolitik in der Kfz-Sparte Beitragseinnahmen von 762 (808) Mio. EUR. Die verdienten Nettoprämien blieben in der Schaden-/Unfallversicherung mit 342 Mio. EUR hingegen auf Vorjahresniveau.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf -392 (-430) Mio. EUR. Ausschlaggebend für das negative Ergebnis blieb die Beteiligung der Lebensversicherungskunden an einem – im Berichtszeitraum leicht rückläufigen – Kapitalanlageergebnis. Dieses gab um 11,2 Prozent auf 445 (501) Mio. EUR nach, insbesondere da der Vorjahreswert durch bereits früh im Jahr verbuchte Realisierungen zur Finanzierung der Zinszusatzreserve geprägt war. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Segments lag trotz erhöhter Sturmschäden nahezu konstant bei 100,5 (100,2) Prozent.

Ungeachtet der Unwetterbelastungen durch Sturmtief „Niklas“ verbesserte sich das EBIT leicht um 5,6 Prozent auf 57 (54) Mio. EUR. Der vom Geschäftsbereich verzeichnete Beitrag zum Konzernergebnis lag bei 35 (29) Mio. EUR.

Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International lagen die gebuchten Bruttoprämien nach einem Zuwachs von 3,6 Prozent bei rund 1,2 (1,2) Mrd. EUR. Das Schaden-/Unfallgeschäft erzielte mit 16,1 Prozent ein deutliches Wachstum. Neben organischen Zuwächsen von 12,4 Prozent hatte hieran auch die im Februar 2015 erfolgte Übernahme der chilenischen Magallanes-Gruppe einen ersten Anteil. Ihr ist ein Prämienvolumen von rund 28 Mio. EUR und ein EBIT-Beitrag von rund zwei Mio. EUR zuzurechnen. Die Prämieneinnahmen im Lebengeschäft gingen vor allem aufgrund rückläufiger Einmalbeiträge in Italien um 15,7 Prozent zurück. In lokalen Währungen stiegen die Beitragseinnahmen im Geschäftsbereich um 3,1 Prozent.

Die Prämieneinnahmen der brasilianischen Einheit verbesserten sich um 10,8 Prozent auf 210 (189) Mio. EUR. Bereinigt um Währungskurseffekte stiegen sie um 11,5 Prozent. HDI Mexiko erzielte in Euro gemessen ein Beitragsplus von 31,3 Prozent auf 57 (44) Mio. EUR, währungsbereinigt stiegen die Prämien um 23,3 Prozent. In Polen erreichten die gebuchten Bruttoprämien 420 (374) Mio. EUR, was einem Zuwachs von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Unsere türkische Gesellschaft steigerte ihre Einnahmen insbesondere durch Zuwächse im Kfz-Geschäft um 42,0 Prozent auf 71 (50) Mio. EUR. In lokaler Währung entspricht dies noch einem Plus von 32,1 Prozent.

Die Versicherungstechnik des Segments schloss mit 8 (8) Mio. EUR auf Vorjahresniveau ab. Dabei konnte die kombinierte Schaden-/Kostenquote mit 94,6 (95,1) Prozent dank rückläufiger Schadenquoten leicht verbessert werden. Das Kapitalanlageergebnis stieg insbesondere aufgrund höherer Anlagebestände um 6,8 Prozent auf 79 (74) Mio. EUR. Infolge negativer Währungskurseffekte ging das EBIT dennoch um 9,7 Prozent auf 56 (62) Mio. EUR zurück. Der Beitrag des Geschäftsbereichs zum Konzernergebnis betrug 33 (39) Mio. EUR.

Die gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung stiegen bei anhaltend intensivem Wettbewerb um 24,1 Prozent auf 2,6 (2,1) Mrd. EUR. Ausschlaggebend dafür war unter anderem der starke US-Dollar. Währungsbereinigt stiegen die Prämieneinnahmen um 13,0 Prozent. Bei im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich erhöhten Großschäden gab das versicherungstechnische Ergebnis um 15,1 Prozent auf 73 (86) Mio. EUR nach. Das Kapitalanlageergebnis blieb mit 199 (211) Mio. EUR leicht unter dem Vorjahreswert. Das EBIT lag zum Ende des ersten Quartals bei 279 (286) Mio. EUR. Zum Konzernergebnis trug das Segment mit 87 (95) Mio. EUR bei.

In der Personen-Rückversicherung stiegen die Prämieneinnahmen aufgrund weltweit steigender Nachfrage der Erstversicherer um 17,5 Prozent auf 1,8 (1,5) Mrd. EUR, in lokalen Währungen betrug der Zuwachs 6,5 Prozent. Die Versicherungstechnik verzeichnete ein leicht verbessertes Ergebnis von -85 (-87) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis stieg aufgrund eines Sondereffekts um 44,1 Prozent auf 219 (152) Mio. EUR. Das operative Ergebnis erreichte 176 (64) Mio. EUR. Der Beitrag der Personen-Rückversicherung zum Konzernergebnis lag bei 66 (21) Mio. EUR.

Ausblick 2015

Talanx bestätigt seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2015. Auf Basis konstanter Wechselkurse soll ein Bruttoprämienwachstum von ein bis drei Prozent erreicht werden, welches vorwiegend im Ausland generiert werden soll. Die Kapitalanlagerendite sollte über 3,0 Prozent liegen. Der Konzern strebt unverändert einen Konzerngewinn von mindestens 700 Mio. EUR an. Dieses Ziel gilt trotz eines gegenüber dem Jahr 2014 wiederum insbesondere in der Erstversicherung substanziell erhöhten Großschadenbudgets, eines herausfordernden Kapitalmarktumfelds und investiven Profitabilisierungsmaßnahmen in der deutschen Erstversicherung. Die Eigenkapitalrendite sollte im Jahr 2015 bei rund neun Prozent liegen, womit der Konzern das strategische Ziel von 750 Basispunkten über dem durchschnittlichen risikofreien Zins erreichen dürfte. Die Ziele stehen unter dem Vorbehalt konstanter Wechselkurse, des Ausbleibens negativer Entwicklungen an den Kapitalmärkten sowie einer Großschadenbelastung innerhalb des erneut nach oben angepassten Großschadenbudgets. Dieses hat Talanx für das Jahr 2015 in der Erstversicherung auf 290 (185) Mio. EUR angehoben. Erklärtes Ziel von Talanx ist es, auch für das Geschäftsjahr 2015 einen Anteil von 35 bis 45 Prozent vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten.

Vollständige Unterlagen zum Zwischenbericht:

http://www.talanx.com/presse/konzernergebnisse/2015.aspx?sc_lang=de-DE

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