Software-Auswahl: Warum Vermittler und Vertriebe die immer gleichen Fehler begehen

Wenn es um die Auswahl einer individuellen und leistungsfähigen Beratungs-, Analyse und Verwaltungssoftware geht, treffen Vermittler und Vertriebe vermeintlich günstige Entscheidungen, für die sie später teuer bezahlen. Wer hingegen einige wenige Regeln beachtet, ist auf der sicheren Seite.

Ein Gastbeitrag von Martin Kinadeter

Der Markt für Versicherungssoftware ist groß und unübersichtlich. Uns sind derzeit etwa 350 Programme bekannt: 80 zu Verwaltung und Bestandsführung, 80 zur Kundenverwaltung (CRM), 30 Vergleichsprogramme, 25 Finanz- und Vorsorgeanalyseprodukte und 25 Finanzrechner.

Der Markt hat sich enorm entwickelt. Waren vor 5 Jahren noch viele IT-Lösungen offline, sind heute Online-Konzepte und Cloud Computing beinahe schon Usus. Die erfolgreichsten Hersteller passen sich besser an den Nutzen an und haben auch beim Design bedienerfreundliche Oberflächen entwickelt. Moderne Schnittstellentechnologien machen Mehrfacheingaben und Papieranträge weitgehend überflüssig.

Die Abnehmer der Programme sind jedoch noch nicht auf dem gleichen Stand. So ist Datensicherheit ist eine große Frage geblieben. Trotz sicherer Konzepte haben viele Makler Angst, ihre Daten an einen Dienstleister zu geben, sie möchten ihre Daten lieber selbst sichern. Und sie machen vermeidbare Fehler bei der Auswahl einer Software.

„Es darf nichts kosten“ rächt sich später

Ein häufiger Ablauf: Der Makler hat einen Bedarf und sucht nach einer Einzellösung, die nichts kosten soll. Er recherchiert ein wenig im Internet und wird durch viele kostenlose Nutzungsangebote verwirrt. Er fragt bekannte Makler nach ihren IT-Lösungen und bestellt bei Empfehlung einfach das entsprechende Programm, was sich später meist als ein fataler Fehler herausstellt.

Warum? Weil die wichtigsten Kriterien, die bei der Auswahl einer Software geprüft werden sollten, hier völlig unter den Tisch fallen. Der Umfang der Software, die vorhandenen Schnittstellen für Datenimporte und -exporte, die Prozessorientierung und die Prüfung und Abwägung von Abhängigkeiten sind essenziell für eine Entscheidung.

Wer strukturiert vorgeht, hat weitere Punkte auf seiner Liste: Ist ein CRM-Anbieter wirtschaftlich stark oder kann er nach Absatzproblemen schnell vom Markt verschwinden wie etwa Assapp, Rendite 2000 oder die Vortuna AG. Was genau steht in den Lizenzverträgen? Werden die Daten in einem Standardformat wie csv übergeben oder muss der Makler im Nachgang für den Datenexport viel Geld extra bezahlen?

Viele Makler verlassen sich auf vermeintlich sichere Empfehlungen von Kollegen, die aber den eigenen Bedarf gar nicht vollumfänglich treffen. Sie verzichten darauf, sich neutrale Informationen einzuholen, aus falschem Kostenbewusstsein und oft auch aus Unkenntnis, wo diese unabhängigen Informationen zu finden sind.

IT-Produktauswahlprozess – wie es besser geht

Ein Makler, der strukturiert vorgeht, vermeidet hingegen diese Fehler. Er beginnt damit, seinen Bedarf und seine Anforderungen aufzuschreiben. Er verschafft sich eine Marktübersicht und fragt dazu neutrale Experten. Mögliche Produkte unterzieht er einem Test, auch wenn dies nicht beliebt ist und Zeit kostet. Der Makler kalkuliert die Kosten je Arbeitsplatz umfassend und er prüft alle Abhängigkeiten, die bei der Übernahme eines IT-Produktes entstehen. Besonderes Augenmerk legt er auf die Schnittstellen der Programme.

Für einen verantwortungsbewussten Makler kommen nur Anbieter in Frage, die solide und solvent wirtschaften und einen entsprechenden Track Record aufweisen. Nicht unwichtig ist auch die Chemie mit dem Anbieter, denn falls Probleme entstehen, müssen diese auf direktem Weg rasch gelöst werden können. Falls Verträge gekündigt werden, müssen die Daten kostenfrei und in einem marktüblichen Format übergeben werden.

Wer diese Punkte berücksichtigt, ist auf dem richtigen Weg.


Über den Autor

Kinadeter_Martin_kleinMartin Kinadeter ist Inhaber des Versicherungssoftwareportals und verfügt über 30 Jahre Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche. VSP ist ein versierter Dienstleister im IT-Bereich, der sich auf Software für den Versicherungs- und Finanzvertrieb spezialisiert hat.

Das begleitende Online-Portal wird derzeit zur führenden Informationsplattform für Finanz- und Versicherungssoftware ausgebaut. Bereits jetzt erreicht VSP mit seinem 14tägigen Newsletter rund 21.000 Abonnenten aus dem Bereichen Versicherungsmakler, Mehrfachagenten, Finanzberater, Versicherungen, Softwarehersteller, Vertrieb und Maklerpools. 

Als neutraler Experte unterstützt das Versicherungs Software Portal (VSP) gern Makler und Vertriebsunternehmen bei der individuellen und bedarfsgerechten Auswahl von Vergleichs-, Beratungs- und Analysesoftware.

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