Allianz Deutschland zahlt 730 Millionen Euro für Flut- und Sturmschäden

Hochwasser und Stürme belasten operatives Ergebnis / Nettobelastung durch Naturkatastrophen nach Rückversicherung bei 380 Millionen Euro / Allianz Deutschland weiterhin auf Wachstumskurs

Allianz Deutschland AG | München, 13.08.2013 – Das Hochwasser im Nordosten Deutschlands und in Bayern sowie die Unwetter „Manni“ und „Norbert“ mit Hagel und Sturm im Mai und Juni prägten das erste Halbjahr 2013 der Allianz Deutschland. Die Allianz zahlt an ihre betroffenen Kunden voraussichtlich 730 Millionen Euro aus. Davon entfallen auf die Flutschäden rund 600 Millionen Euro.Allein im schwer betroffenen Nordosten Deutschlands hat die Allianz in Magdeburg, Zwickau, Halle, Grimma und Dresden fünf Schadenstützpunkte eingerichtet, um den Betroffenen schnell und unbürokratisch Hilfe leisten zu können.

Allianz Vertreter vor Ort waren rund um die Uhr unterwegs, um ihre Kunden in dieser schwierigen Situation sofort zu unterstützen und zahlten kleinere Summen direkt aus. Über 10.000 große Schäden wurden nach Abfließen des Hochwassers innerhalb der ersten vier Wochen begutachtet. Inzwischen sind von den rund 48.000 gemeldeten Flutschäden 66 Prozent vollständig reguliert.

„Die Flut und die Stürme haben erneut gezeigt, wie wichtig eine Absicherung gegen Naturkatastrophen ist“, sagte Dr. Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG. „Unsere Kunden haben erfahren, dass auf die Allianz Verlass ist.“

Nach Rückversicherung beläuft sich der Nettoaufwand für Naturkatastrophen auf 380 Millionen Euro, wovon 237 Millionen Euro auf die Flut und 107 Millionen Euro auf die beiden Stürme entfallen. Dies und die Restrukturierungsaufwände im Zuge der Schließung der Allianz Bank belasteten das operative Ergebnis, das mit 758 (1. Halbjahr 2012: 946) Millionen Euro um rund 20 Prozent oder 189 Millionen Euro unter Vorjahresniveau lag. Das Halbjahresergebnis gab um 33 Prozent auf 509 (760) Millionen Euro nach.

Der Aufwand für Schäden erhöhte sich aufgrund der Naturkatastrophen um 6,9 Prozent auf 2,8 (2,6) Milliarden Euro. Die Schaden-Kostenquote, die in der Sachversicherung das Verhältnis von Kosten und Schadenaufwand zu den verdienten Beiträgen abbildet, stieg auf 101,1 (98,8) Prozent. Der Einfluss der Elementarschäden betrug 9,3 Prozentpunkte und lag damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 4,1 Prozentpunkten. Bei einer normalisierten Elementarbelastung ist die Schaden-Kostenquote von 99,6 Prozent im Vorjahr um 4,5 Prozentpunkte auf 95,1 Prozent gesunken. Ihre Kostenquote hat die Schaden- und Unfallversicherung zudem um 2,1 Prozentpunkte auf 25,4 Prozent gesenkt, begünstigt von einem einmaligen Sondereffekt aus Rückversicherungsabrechnungen von 1,6 Prozentpunkten.

„Die Allianz Deutschland hat die erhebliche Belastung durch die diesjährigen Naturereignisse gut weggesteckt, nicht zuletzt, da die Maßnahmen unseres Zukunftsprogramms Sachversicherung nachhaltig Wirkung zeigen“, sagte Rieß.
Allianz Deutschland weiterhin auf Wachstumskurs

Der Umsatz der Allianz Deutschland legte im ersten Halbjahr 2013 um 6,7 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro (14,7) zu. Dazu trugen alle Versicherungssparten bei.

In der Schaden- und Unfallversicherung erhöhten sich erneut die Beitragseinnahmen um 1,5 Prozent auf 5,7 (5,6) Milliarden Euro. Vor allem der Anstieg um 5,7 Prozent im Firmengeschäft wirkte sich spürbar aus. Die Kraftfahrtversicherung erzielte eine Steigerung der Beitragseinnahmen um 3,2 Prozent. Die Neu- und Mehrbeiträge nahmen um 3,2 Prozent auf 666 (646) Millionen Euro zu. Das im Mai eingeführte modulare Konzept „PrivatSchutz“ der privaten Sachversicherung wurde von den Kunden gut nachgefragt. In den ersten beiden Monaten wurden über 121.000 Verträge verkauft.
Ungebrochene Vorsorgebereitschaft kommt Allianz Leben zugute

In der Lebensversicherung nahmen die Beitragseinnahmen um 11,8 Prozent auf 8,1 (7,3) Milliarden Euro zu. Das Einmalbeitragsgeschäft lag mit einem Plus von 27,8 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert. Die laufenden Beiträge stiegen um 1,8 Prozent auf 4,6 (4,5) Milliarden Euro. Deutlich erhöhten sich die Neu- und Mehrbeiträge um 23,8 Prozent auf 3,9 (3,2) Milliarden Euro. Dies geht auf das starke Wachstum der Einmalbeiträge zurück.

Im Juli 2013 hat die Allianz Deutschland ihr neues Vorsorgekonzept „Perspektive“ eingeführt, das für die Ansparphase den garantierten Beitragserhalt und für die Rentenphase eine garantierte Mindestrente umfasst. „Perspektive hat den Vorteil, dass zum Start der Rentenphase nicht der heutige, historisch niedrige Garantiezins als Grundlage für die Rentenberechnung genommen wird, sondern der bei Beginn der Auszahlung gültige Garantiezins“, sagte Rieß.
Stabiles Krankenversicherungsgeschäft

In der Krankenversicherung erhöhten sich im ersten Halbjahr 2013 die Beitragseinnahmen um 1,7 Prozent auf 1,7 (1,6) Milliarden Euro. Die Neubeiträge blieben mit 46 (47) Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Zum Ende des ersten Halbjahrs waren in der privaten Krankenversicherung 2,5 Millionen Personen versichert – rund 71.000 Personen mehr als im Vorjahreshalbjahr.
Geschäftstätigkeit der Allianz Bank eingestellt

Die Allianz Bank hat wie angekündigt ihre Geschäftstätigkeit beendet, der operative Betrieb wurde zum 30. Juni 2013 eingestellt. Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) bleibt unverändert Teil des Allianz Konzerns und setzt im Nordwesten Deutschlands ihr erfolgreiches Geschäft als größte private Regionalbank mit langer Tradition fort. Das operative Ergebnis des Banksegments sank im ersten Halbjahr 2013 vor allem aufgrund der Restrukturierungsaufwendungen um 89 Millionen Euro auf minus 99 Millionen Euro.
Kapitalanlagenergebnis

Das Kapitalanlagenergebnis sank wie erwartet aufgrund deutlich geringerer Gewinnrealisierungen um 13,7 Prozent auf 5,2 (6,0) Milliarden Euro. Im Vorjahr fielen hier wegen des rückläufigen Zinsniveaus noch hohe Gewinne an. Die verwalteten Kapitalanlagen zum 30. Juni 2013 blieben mit 236 Milliarden Euro stabil (31.12.2012: 236). Die Bewertungsreserven, also die Differenz zwischen den Buchwerten der Kapitalanlagen nach HGB und ihren Marktwerten, lagen aufgrund gestiegener Zinsen mit rund 26 (33) Milliarden Euro um 21,8 Prozent unter dem Wert zum Jahresende 2012.

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