Bund der Versicherten – Tobias wer?

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Tobias E. Weissflog - Bildquelle: Bund der der Versicherten; Bearbeitung: M. Rieksmeier

Tobias E. Weissflog – Bildquelle: Bund der der Versicherten; Bearbeitung: M. Rieksmeier

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Der Bund der Versicherten (BdV) verordnet sich Tobias E. Weissflog als neuen Chef. Der folgt auf Axel Kleinlein, über dessen Entlassung Das Tagesbriefing berichtete. So überraschend wie für Außenstehende die Demission Kleinleins kam, war selbst für viele Insider die Bestallung von Weissflog.

Denn Tobias E. Weissflog ist in der Versicherungs- und Verbraucherschutz-Welt unbekannt. Präziser: Völlig unbekannt.

Paralellen in der großen Politik

Diese Tatsache muss ja nicht einmal schlecht sein. „Horst wer?“, titelte „Bild“ im Jahr 2004, als Kanzlerin Merkel den bis dahin beim Bürger kaum bekannten IWF-Banker Horst Köhler zum Bundespräsidentschafts-Kandidaten nominierte. In der Nachschau kann man sicher sagen, dass sie bei der Wahl Köhlers kein allzu schlechtes Händchen bewies.

Nun ist der Vorsitzende des Bundes der Versicherten kein Bundespräsident, aber sowohl für Versicherte als auch Versicherer eine Personalie, die man meiner Meinung nach gar nicht hoch genug aufhängen kann.

Denn diese Organisation hat Macht! Zum Ärger der Versicherungsindustrie übt sie großen politischen Einfluss aus: Schließlich wird der BdV regelmäßig als „Sachverständiger“, meist vom Bundesjustizministerium, um Stellungnahme gebeten, wenn es um Versicherungsgesetze geht. Die Stimme des 52.000 Mitglieder starken BdV hat kein Gewicht – sie hat Schwergewicht! Auch wenn manch Insider überzeugt ist, dass viele Mitglieder wegen der günstigen Versicherungs-Konditionen Mitglied beim BdV sind – nicht wegen der Politik.

Wer ist Tobias E. Weissflog?

 

Und nun leitet also Tobias E. Weissflog die Verbraucherschutzorganisation. Er wurde nicht gewählt, sondern vom Aufsichtsrat bestallt.

Mit dürren Worten, die uns nichts über seine Versicherungskompetenz verrieten.

Also wollten wir genauer wissen, wer dieser Mann ist, der den Versicherungsmathematiker und ausgewiesenen Kenner der Assekuranz, Kleinlein, ersetzen soll.

Den ersten Schritt kann jeder nach verfolgen: Wir googelten: „Tobias E. Weissflog“.

Nix. Macht nix. Weiter: Auch die weitere Suche in den sozialen Netzwerken brachte: Nix. Außer einem fast leeren Profil bei LinkedIn. Auch im „BdV-Newsletter – neuer Vorstand“ vom 29. März ist nur wenig Konkretes drin – jedenfalls weniger als möglich.

Denn so viel fanden wir nach kurzer Suche heraus:

Weissflog, der künftig 52.000 Mitglieder des BdV und die Moralansprüche der Versicherten standesgemäß vertreten soll, ist einer der beiden Geschäftsführer der Emergon Capital Partners GmbH (kurz Emergon) in Düsseldorf, gegründet 2010. Auf der Webseite erläutert Emergon:

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„Sichtbar werden, zum Vorschein kommen“?

Für uns wurde auf der Webseite von Emergon nicht viel sichtbar. So konnten wir auf die einfache Frage „Was macht Emergon eigentlich?“ trotz vieler Worte auf der Webseite der Firma keine für uns befriedigende Antworten erhalten. Referenzen oder allgemeine Informationen über durchgeführte Projekte? Fehlanzeige.

Geschäftszweck der Emergon ist … 

„der Kauf bzw. die Vermittlung des Kaufs und späteren Verkaufs sowie das Management bzw. das Halten von Beteiligungen und alle damit verbundenen Tätigkeiten, insbesondere betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen.“

Auf Deutsch kann das nach einer kleinen Textanalyse heißen: das als typisches Hedgefonds-Beteiligungsgeschäft wahrgenommene Vorgehen. Marode Firmen aufkaufen, sanieren und mit Gewinn wieder verkaufen. Dabei kann der „Berater“ ein ebensolcher bleiben, oder sich am Kapital beteiligen oder die Firma als Ganzes übernehmen – und dann auch Geschäftsführer einsetzen. Die Bandbreite ist: Breit. Nebenbei sind am Ende solcher Prozesse meistens weniger Menschen im Unternehmen beschäftigt als vorher. Dies mag eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit sein – oder nicht. Jedenfalls darf man sicher die Frage stellen, was der kleine Mann davon hält, dessen Existenz betroffen ist. Und ist es nicht gerade die Aufgabe des Verbraucherschutzes, die Interessen des „kleinen Mannes“ zu schützen?

Doch angesichts der dürren Worte auf der Webseite alles nur Spekulation! Wir wollten also mit dem einzigen Mann sprechen, der uns alle Fragen beantworten kann, die sich bisher aufgeworfen haben: Tobias E. Weissflog. Es gelang uns, ihn telefonisch zu erreichen und im Anschluss an das Gespräch einige Fragen per E-Mail zu stellen.

Auf die Frage nach seinen unternehmerischen oder beruflichen Aktivitäten der letzten Jahre äußerte Weissflog:

„Zur Zeit übe ich nur noch in kleinerem Umfang Beratungs- und Beiratstätigkeiten über die Emergon aus. Selbstredend ohne Konflikt zu Dienstverhältnis & Satzung des BdV. Davor war ich, wie auf der Emergon Homepage zu lesen, in diversen Beratungsunternehmen tätig“.

Die Emergon wohnt in Düsseldorf zur Untermiete. Weissflog bestätigt: „(Die) Geschäftsräume sind bei einer Rechtsanwalts-Sozietät im Untermietverhältnis, lediglich ein eigenes Büro. Der geringe Umfang der Tätigkeit erfordert z.Zt. auch nicht mehr.“

Mit Angaben zur Geschäftstätigkeit der Emergon hält sich Weissflog zurück:

„Aus Respekt vor den Persönlichkeitsrechten der beratenen Personen & Unternehmen nach Möglichkeit keine Veröffentlichungen“.

Am Telefon haben wir nachgehakt und nach Aktivitäten der Emergon gefragt – nicht nach Namen oder Personen. Weissflog nennt keine Fakten, kritisiert aber schriftlich, dass andere Sanierungsberater allzu öffentlich über ihre Mandate sprächen, die dann doch in der Insolvenz endeten.

Abschließend zu Emergon – eigentlich nur eine Fußnote: „Zu diesem Unternehmen sind keine Dokumente hinterlegt„, sagt die Antwort auf eine Online-Abfrage zur Emergon im Unternehmensregister. Im Bundesanzeiger: „keine Suchergebnis“. Entsprechend lassen sich auch keine Jahresabschlüsse oder Bilanzen finden.

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Ent-Öffentlichung? 

Für uns sehr überraschend: Für einen Mann, der sich als Vorstandsvorsitzender eines der größten deutschen Verbraucherschutzverbände in der Öffentlichkeit bewegen muss, gibt sich Weissflog im Internet nicht (mehr) sehr mitteilsam: Vormals ausführliche Profil-Einträge in gängigen Businessportalen sind weg (Xing) oder wurden eingedampft, wie bei LinkedIn. Dort wurde sogar das Profilbild von Weissflog gelöscht.

Weissflog bestätigt, er habe das Xing-Profil Ende 2011 löschen lassen: „Ja, am 28.09.2011 habe ich die Löschung erbeten. Ich hatte die vergangenen fünf Jahre meiner Mitgliedschaft Revue passieren lassen und kam zu dem Ergebnis, dass mit all den Veränderungen die openBC durchlaufen hat es sich immer mehr in Richtung eines Facebook-me-toos mit wirtschaftlicher Konnotation entwickelt, das für mich nicht mehr attraktiv war.“

Zu LinkedIn: „Dient nur dem Nachverfolgen der beruflichen Veränderung meiner Kontakte. Keine Aufträge, kaum Kommunikation über LinkedIn„.

 

Weitere Firmen-Verbindungen von Tobias E. Weissflog

Von Mitte 2010 bis Mitte 2011 war Weissflog Geschäftsführer mindestens zweier weiterer Unternehmen, der Wilster Beteiligungs GmbH und TUW Hanse Industriekapital Beteiligungs GmbH (TUW), beide Hamburg. Dies ergibt sich aus Jahresabschlüssen und ergänzenden Angaben im Bundesanzeiger. Auch TUW wurde ähnlich der Emergon mit folgendem Geschäftszweck errichtet:

„An- und Verkauf, das Halten von Unternehmen und Unternehmensteilen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, insbesondere aus dem Bereich Industrie“

2010 aufgemacht. 2011 zugemacht. Dazu Weissflog:

„TUW war eine sog. Zweckgesellschaft mit der Herr Twele und ich eine Konzerntochter erwerben wollten. Bedingung war seine Beteiligung an der Emergon. Transaktionen kamen nicht zu Stande und wir haben uns am 13. Mai 2011 notariell und geschäftlich getrennt“.

Stimmt: Weissflog hatte bei den Firmen Emergon, Wilster und TUW einen Geschäftspartner. Sein Name ist Peter Twele und der war im Jahre 2010 ebenfalls Geschäftsführer bei Emergon. Inzwischen ist er dort als Geschäftsführer ausgeschieden.

Außerdem waren Weissflog und Twele in den Jahren 2010/2011 gemeinsam Geschäftsführer von Wilster und TUW. Im Mai 2011 schied Weissflog als Geschäftsführer bei Wilster und TUW aus. Twele verblieb als Geschäftsführer. Die Geschäftssitze der Firmen wurden jeweils vom Mittelweg 177 an die Adresse Elbberg 1, jeweils in Hamburg, verlegt.

Die Verbindung zwischen Tobias E. Weissflog und Peter Twele bei immerhin drei Unternehmen führt zu einer Frage:

 

Wer ist Peter Twele?

 

Twele (nicht Weissflog!) hat über eine „HIK Hanse Industriekapital Beteiligungs GmbH“ im Jahr 2007 zwei Tochter-Gesellschaften der Balda AG übernommen, die 2009 in die Insolvenz gingen – und damit rund 500 Arbeitsplätze. Der „Kaufpreis“ betrug je nach Quelle 7,5 bis 10 Millionen Euro. Laut dem „Deutschen Anleger Fernsehen“ floss bei dem „Kauf“ aber kein Cent, weil die  Balda AG der HIK einen Kredit über den Kaufpreis gewährte. Nach der Insolvenz warfen Mitarbeiter dem Geschäftsführer Twele Untätigkeit vor. Eine Strafanzeige gegen Twele wegen Verdachts aus Insolvenzverschleppung endete ereignislos, wie uns die Staatsanwaltschaft bestätigte.

Was haben Sie zu Ostern gemacht? Wir haben etwa 150 Jahresabschlüsse händisch durchsucht und das Netzwerk um Weissflog und Peter Twele zusammengestellt (außer zur Emergon, zu der sich wie erwähnt weder im Bundesanzeiger, noch im Unternehmensregister etwas fand).

Weissflog - Firmenmatrix

Auffällig bei diesen Firmen ist (mit einer Ausnahme): Die Unternehmen haben Bilanzsummen in etwa so groß wie das Stammkapital. Das heißt entweder, diese Gesellschaften haben kaum Umsatz gemacht. Oder die Umsätze sind nicht in diesen Firmen zu Buche geschlagen. Auch sind diese Beteiligungsfirmen nicht immer an realwirtschaftlichen Unternehmen beteiligt, sondern oft wiederum an anderen Beteiligungs-Firmen – gern solchen ähnlichen Namens. Den Unterschied machen oft die drei Anfangsbuchstaben TUW, ITM oder HIK. Kein lustiges Beispiel aus der Liste: Die ME Hanse Industriekapital Beteiligungs GmbH ist oder war an einer Beteiligungsgesellschaft namens „LB Teiligungs GmbH“ (kein Schreibfehler) beteiligt.

Der Lebenslauf von Tobias E. Weissflog

 

Wir haben auf Basis der Recherchen den Lebenslauf von Tobias E. Weissflog rekonstruiert. Handgeschrieben sähe er in etwa so aus (ohne Gewähr):

Weissflog - rekonstr. Lebenslauf

Und der Bund der Versicherten?

 

In den öffentlichen Informationen des BdV taucht Weissflogs Emergon Capital Partners GmbH nicht auf. Dies obwohl Emergon der einzige, nicht öffentliche, aber recherchierbare Anhaltspunkt für Weissflogs beruflich-unternehmerische Aktivitäten der letzten zwei Jahre ist.

Das rekonstruierte Bild von Weissflogs Vita enthält keinen Hinweis auf Fachkompetenz in Sachen Versicherung. Weissflog hat Maschinenbau studiert und später bei der AKAD-Akademie Betriebswirtschaft.

Heute ist er außerdem als Dozent an der Northern Business School (NBS) in Hamburg tätig, wo er nach eigenen Angaben „Finanzmanagement, sowie Grundlagen der Unternehmensberatung“ lehrt. Weitere Lehrtätigkeiten sind „Lehrbeauftragter der FH Wismar über die NBS, Lehrangebote über die HKBIS in Hamburg zum Thema Rating, sowie gelegentlich Fachvorträge Finanzmangement über Dashöfer u.ä.“

Damit hat Weissflog hohe technische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen, konnte aber bislang keine Kampagnen-Fähigkeit beweisen – er war ja nicht öffentlich. Wir haben ihn gefragt, warum er jetzt auf die Verbraucherseite wechselt: Telefonisch sagte er, er habe sich vor einigen Jahren entscheiden, „künftig gemeinwirtschaftlich“ zu arbeiten. Er habe sich bereits im „Frühjahr 2011“ beim BdV als Nachfolger seiner Vor-Vorgängerin Lilo Blunck beworben. Aber die Wahl sei damals auf Herrn Kleinlein gefallen, über den Herr Weissflog auch in unserem Telefonat nur positive Worte fand und mit dem er auch in gutem Kontakt stehe.

Auf unsere Frage hin, wo er seine Eignung als Verbraucherschutz-Manager für Versicherungen sehe, gab Tobias E. Weissflog seine Expertise im Bereich „Finanzmanagement, kapitalmarktnahe Produkte“ an und kündigte an, „Den für die VU „unmaßgeblichen Einzelfall“ in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Branche rücken. Das Zusammenwachsen von Versicherungs und Kapitalmarktprodukten kritisch begleiten. Den Finger bei den Kapitalanlagen der VU insbesondere in die Wunde der derivaten Produkte ohne Bezug zur Realwirtschaft legen. Gestaltungsmöglichkeiten in den Berechnungen von Rückstellungen, Bewertungen und anderen Gestaltungsmöglichkeiten der VU offen legen und kritisch diskutieren.“

Abberufung des alten Vorstands erfolgte nicht einstimmig

 

Immerhin wissen wir heute, dass der BdV-Aufsichtsrat seinen neuen Vorstands-Chef Weissflog nicht aus dem Hut gezaubert hat, sondern dass man sich bereits kannte. Jedenfalls liegt dem BdV, laut Weissflog, seit rund zwei Jahren ein Lebenslauf Weissflogs vor.

Am 2. April hat das Tagesbriefing per E-Mail auch bei BdV-Aufsichtsrat Wrocklage Fragen zu Weissflog gestellt.

Warum haben wir Wrocklage und nicht Gobrecht als Aufsichtsrats-Vorsitzenden angeschrieben? Wrocklage soll bei der Abberufung von Kleinlein mit Nein gestimmt haben, sei aber von den beiden anderen Aufsichtsräten Gobrecht und Schadendorf überstimmt worden. So berichtete es Weissflog im Telefongespräch. Er selbst sei vom Aufsichtsrat einstimmig berufen worden.

Bisher haben weder Herr Wrocklage, noch andere Aufsichtsräte auf unsere E-Mail-Anfrage geantwortet (wir werden dies ergänzen, falls noch eine Antwort kommt).

Die Personalie bleibt umstritten

 

Wie es weiter geht in der Personalie Weissflog ist ebenfalls unklar. Nicht nur viele Mitglieder sondern auch Mitarbeiter des BdV haben sich bereits öffentlich gegen den neuen Vorstandsvorsitzenden und hinter Axel Kleinlein gestellt. Der kündigte bereits an, zurück kommen zu wollen. Auch der  Streit zwischen Aufsichtstrat und Betriebsrat, der zu einer Anzeige des Betriebsrats bei der Staatsanwaltschaft Hamburg führte (Az.: 3103 Js 68/13) dauert an.

Aktuell strebt die Opposition eine außerordentliche Mitgliederversammlung an, die von 500 Mitgliedern schriftlich beantragt werden muss. Im Forum des BdV nimmt Tobias E. Weissflog zu dieser Forderung Stellung: „Wenn das Quorum erreicht wird, wird auch selbstverständlich eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden. Aber allein der Aufwand für eine Aussendung mit der Einladung und der Anträge per Briefpost an mehr als 53.000 Mitglieder liegt bei mehreren zehntausend Euro. Im September findet dann ja ohnehin eine Mitgliederversammlung statt.“ 

Wann auch immer sich nun die Mitglieder des BdV treffen werden, es ist davon auszugehen, dass es bei der Veranstaltung hoch hergehen wird. Tobias E. Weissflug und sein Co-Vorstand Mario Leuner werden gut daran tun, diese Zeit zu nutzen, um Mitglieder und Mitarbeiter des BdV von sich und ihrer Arbeit zu überzeugen. Weissflog schreibt im Forum des BdV: „Inhaltlich stehen wir für eine Fortsetzung des guten und stets offensiv kritischen Weges, der durch Senator a. d. Wrocklage und die beiden Vorstände Kleinlein und Rudnik, in den vergangenen Jahren eingeschlagen wurde.“

Das Tagesbriefing wird die Entwicklung weiter verfolgen und anhand verfügbar gemachter Informationen kommentieren.

Über den Autor:

Markus Rieksmeier Versicherungsfachwirt Markus Rieksmeier ist Redaktionsleiter von „Das Tages­brie­fing“ und schreibt für das Tages­Blog.

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wow, klasse recherchiert !

    Und der Satz …

    Und nun leitet also Tobias E. Weissflog die Verbraucherschutzorganisation. Er wurde nicht gewählt, sondern vom Aufsichtsrat bestallt.

    … ist mit „bestallt“ ein prächtig Freudscher Versprecher 😉

    Guten Start in die neue Woche wünscht

    – Hans Steup, Berlin

  2. Auch wenn Herr Rieksmeier die Macht des BdV überschätzen dürfte (Die finanziellen Mittel, die jede Bundesregierung zur Finanzierung ihrer Haushalte benötigt, haben alleine die Versicherer, nicht aber der BdV!), ist ihm für seinen Fleiss zu danken, denn nun wissen wir:

    Der neue Vorstandsvorsitzende verfügt über hinreichende Erfahrungen beim Abbruch erfolgloser Projekte. Diese Erfahrung sollte er nutzen und den Weg zu einer Neubesetzung seines Postens mit einem DAFÜR qualifizierten Vorstandsvorsitzenden frei machen. Hierfür gibt es – neben dem Rücktritt – die Möglichkeit einer Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Das können nach der Satzung des BdV nämlich nicht nur die schon erwähnten 500 Mitglieder (die sich, soweit noch nicht geschehen, bitte melden mögen), sondern auch der Aufsichtsrat (Ja, ja; nur der Vollständigkeit halber!)und eben auch der Vorstand. Eine Entscheidung wie die über die Abbberufung eines unfähigen Aufsichtsratsvorsitzenden und eines für dieses Amt unzureichend qualifizierten Vorstandsvorsitzenden sollte nur die Mitgliederversammlung fällen. Dahingehende Anträge können unter http://www.verunsicherte.de abgerufen werden.

    Doch bleibt es dabei: Das eigentliche Problem heißt „Gobrecht“, der „Senator“. Dieser von Anfang an überforderte und alleine um seinen „Machterhalt“ bemühte Mann ist verantwortlich für die Misere. ER hat Frau Blunck zur früheren Vorstandsvorsitzenden gemacht. ER hat zu keiner Zeit die geschuldete „Aufsicht“ geführt. ER hat die rechtswidrigen Zahlungen an das Ende 2010 abberufene Vorstandsmitglied Fricke veranlasst. Daher laufen auch gegen IHN Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Dass dieser Mann nicht von sich aus zurücktritt, ist der eigentliche Skandal. Und damit sind wir wieder bei Herrn Weissflog:

    Was können der BdV und seine Mitglieder von einem Vorstandsvorsitzenden erwarten, der sein Amt alleine dem „Senator“ zu verdanken hat?

    Joachim Bluhm

  3. Nur eine Anmerkung zur ausserordentlichen Mitgliederversammlung: Der Betriebsrat des Bundes der Versicherten hält es für sinnvoll, eine monothematische Veranstaltung herbeizuführen, in welcher die außergewöhnliche – und für den BdV teure – Entwicklung erörtert und erklärt wird. Wir meinen, dass die Mitglieder ein Recht darauf haben, die unterschiedlichen Sichtweisen zu hören und zu bewerten.

    Meiner Meinung nach bedarf es einer sehr guten Begründung, wenn rund sechs Monate vor der Bundestagswahl unser Sprachrohr in Berlin – Axel Kleinlein – stillgestellt wird. Da der Aufsichtsrat nicht einstimmig entschieden hat, ist davon auszugehen, dass keine zwingenden Gründe für die Entlassung bestanden. Das gehört erörtert.

    In einer ordentlichen Mitgliederversammlung sind viele weitere Tagesordnungspunkte zwingend vorgeschrieben. Kleinleins Entlassung, die sehr viele Fragen aufwirft, kann nur sehr schlecht im Rahmen einer ordentlichen Mitgliederversammlung aufgearbeitet werden.

    Rückblickend muss man leider vermuten, dass bereits die fehlende Aufarbeitung der Entlassung des Vorstandes Ende 2010 ein Fehler war. Wir sollten diesen Fehler nicht wiederholen.

    Unsere Betriebsratsvorsitzende Sabine Samel ist vom neuen Vorstand mit der Sammlung der Anträge für eine ausserordentliche Mitgliederversammlung betraut worden.

    Anträge können unterschrieben und eingescannt als pdf-Datei an betriebsrat@bundderversicherten gesandt werden oder per Post an

    Bund der Versicherten
    – Betriebsrat –
    Postfach 11 53
    24547 Henstedt-Ulzburg

  4. Herr Bluhm muss es, wird es wissen, er ist nah dran. Als aussenstehender Versicherungsmakler wünsche ich dem BdV, dass Kleinlein wieder auf dem Stuhl des Vorsitzenden Platz nimmt. Er ist nach meiner Kenntnis die einzige fachlich qualifiezierte Person, die der Versicherungslobby etwas entgegensetzen kann, der integer und nicht käuflich ist.
    Seine Arbeit an der Spitze des Verbandes würde den Mitgliedern, den Verbrauchern, aber auch den Vermittlern, inkl. Maklern, sehr nützen !!! Er kann die internen Berechnungen bei Versicherungen als Aktuar nachvollziehen und uns aufklären. Besserren Verbraucherschutz kann es nicht geben.
    Daher bin ich absolut für Kleinlein – als Vorstand des Bundes d. V. !!

  5. Danke für die gute Arbeit.
    Ein wichtiger Punkt fehlt mir allerdings noch:
    Wenn eine Organisation für die Verbraucher sprechen soll und will dann ist der Ruf deren Sprachrohr. So wie dieser Verein agiert werden alle Kampagnen, Interviews und Themen die man angeht an Glaubwürdigkeit einbüßen.
    Gerade bei dem wirklich komplexen Thema der Versicherungen gibt es selten einfache Antworten. Wieso soll ich einem Verein glauben, in welchem die eigenen Mitglieder und Führungskräfte untereinander nicht einmal ehrlich und offen miteinander umgehen können!

  6. Herr Kühnhold, genau darum geht es !! Und genau deshalb hat das Wirken von Leuten wie Blunck und Gobrecht solche schlimmen Folgen!! Aber glauben sollen Sie eh nichts, aber prüfen, die Argumente sich anhören, lesen und auch recherchieren.
    Es geht um die vollständige Gleichschaltung der Meinungen! Kein Kritiker soll zugelassen werden. Die Riester R Ente ist gut_, die gesetzliche Renten nicht finanzierbar, wegen des raffelhüschen Demografiefaktors- Basta! Das ist die Mainstreampolitik- die keiner stören darf.
    A. Kleinlein hat sie gestört, als Vorsitzender des B. D, V. und vor allem als Aktuar!!
    Können Sie von einem Vermittler erwarten, dass er Sie vor der Riester R Ente warnt?
    Können Sie von einem Aktuar verlangen, dass er Interna der Versicherungskalkulation offen legt? Nein!
    Und genau deshalb sind Leute wie Kleinlein so wichtig- für den Verbraucherschutz!
    Was sollte er für einen Grund haben, Produkte der Versicherungswirtschaft zu kritisieren?
    Weil er dafür bezahlt wird? Wohl kaum, da hat die Versicherungswirtschaft besseres zu bieten.
    Was sollte ein Makler mit der Kritik an Riester bezwecken ? Mehr Courtage? Wohl kaum!!

    Auch wenn es sehr vielen Menschen sehr schwer fällt es zu glauben:
    Es gibt noch Menschen, die einfach das tun, was Sie für richtig halten, und zwar Richtig und Nützlich für die Allgemeinheit, nicht für sich!!!!!! Denn Egoisten, Lobbyisten gibt es schon genügend.
    Deshalb muss Kleinlein wieder dort hin!
    Er ist authentisch und glaubhaft!!!

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